Kommunalpolitiker aus Südafrika besuchen deutsche Städte
Am 15. Mai 2004 fasste das Exekutivkomitee der FIFA den Beschluss, die 19. Fußball-Weltmeisterschaft vom 11. Juni bis 11. Juli 2010 an Südafrika zu vergeben. Dies ist eine Premiere auf dem afrikanischen Kontinent.
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Dies waren einige der Punkte, die eine Delegation von Kommunalpolitikern aus Südafrika auf ihrer Besuchsreise durch deutsche Städte klären wollte. Die Besucher sind Stadtratsvorsitzende und Stadträte von Kommunen aus unterschiedlichen Regionen des Landes. Alle gehören der Partei ‚Democratic Alliance’ an, die mit 12,37% die größte Oppositionspartei im südafrika-nischen Kongress stellt. Ihr Besuchsprogramm in Deutschland steht unter den Themen „Vorbereitung auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2010“ und „Die Möglichkeiten von ‚Public Private Partnership’ auf kommunaler Ebene“.
Welche Faktoren hatten diesen Erfolg herbeigeführt? Seitens der Stadt beauftragt mit der Vorbereitung und Organisation war das Sportamt Köln. Dieter Sanden, Leiter, und Harald Rösch, Event Manager des Sportamtes Köln, führen aus:
Wichtig sei die Information der internationalen Presse bereits im Vorfeld der Spiele. Dabei müssen die Vorzüge der Stadt, der Region vermittelt werden. Die Botschaft sei gewesen: Wenn du zur FIFA kommen willst, dann komme nach Köln. Die Stadt ernannte Wolfgang Overath, ehemaliger Spieler des 1. FC Köln und der Nationalelf, zum WM-Botschafter. Sie eröffnete ein WM-Büro in der Innenstadt, Anlaufstelle für alle Fragen und Informationen. Zum offiziellen Slogan wurde „Die Welt zu Gast bei Freunden“ („A time to make friends“).
Ein Masterplan für den Ausbau der Sportstätten, der Infrastruktur und für die Vorbereitung des Verkehrsnetzes trat in Kraft. Die Investitionen seien finanziell dann zu rechtfertigen, wenn sie mit dem langfristigen Entwicklungsbedarf der Region in Einklang stünden. Für Köln hieß das den Ausbau des RheinEnergieStadions und anderer Sportstätten, die Neugründung der Sportstätten GmbH, die Fertigstellung des S-Bahn-Anschlusses an den Flughafen, die Errichtung eines Verkehrleitsystems auf den Autobahnen und vieles mehr.
Diese präventive Strategie zahlte sich bereits in den ersten Tagen aus. Die beiden von der Stadt eingerichteten Orte zum „Public Viewing“ waren schnell ausverkauft und konnten die Nachfrage nicht decken. Tausende von englischen Hooligans waren in die Stadt gekommen und sorgten für Spannungen. Die Situation drohte außer Kontrolle zu geraten. Innerhalb weniger Tage gelang es den Verantwortlichen, einen dritten Platz zum ‚Public Viewing’, am Rhein gelegen, einzurichten. Dieser Ort wurde in allen Details auf die englischen Fußballfans ausgerichtet: Mit Original-BBC-Signal wurden sie aufgefordert, zu dem Platz zu kommen. Ein Sonderservice wurde angeboten. Englische Polizisten geleiteten die Gäste. Der Verkehr wurde umgeleitet, eine Rheinbrücke gesperrt.
Die Gäste nahmen das Angebot an. Die dritte Fläche zum ‚Public Viewing’ wurde ein voller Erfolg, und die Situation entspannte sich zusehends. Die Spiele konnten zu dem werden, was sie in der Philosophie der Veranstalter sein sollten: Freundschaft, Spass, Begeisterung und Gastfreundschaft.
Dr. Gabriele Thöns
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